OBAMAS EINZUG INS WEISSE HAUS

Publié le par Moore

Köchin bleibt, Schwiegermutter kommt mit

Zehn Tage müssen die USA noch auf ihren künftigen Präsidenten warten - und auch der Umzug der nächsten First Family ins Weiße Haus steht noch aus. Doch die in einem Hotel einquartierten Obamas fällen bereits wichtige Personalentscheidungen - abseits von Handels- und Sicherheitsministern.

Es sind nur noch wenige Tage, bis Familie Obama ins Weiße Haus in Washington umzieht. Eine der mit großer Spannung erwarteten Personalentscheidungen ist allerdings schon gefällt: Die Chefin der Küche darf bleiben. Cristeta Comerford war 2005 als erste weibliche Oberköchin von Laura Bush ins Weiße Haus geholt worden. Auf die Fähigkeiten der gebürtigen Philippinin will auch Michelle Obama nicht verzichten: In einer am Freitag veröffentlichten Erklärung würdigte die künftige First Lady das "unglaubliche Talent" der Köchin. Da Comerford selbst Mutter einer kleinen Tochter sei, schätze sie "unsere gemeinsamen Ansichten im Hinblick auf die Bedeutung gesunder Ernährung und gesunder Familien".


In den ersten Monaten als First Lady wird Michelle Obama von ihrer Mutter unterstützt. Marian Robinson, die sich bereits im Wahlkampf um ihre Enkelinnen gekümmert hatte, zieht zumindest vorübergehend in die Pennsylvania Avenue 1600. Die Großmutter der siebenjährigen Sasha und der zehnjährigen Malia solle den beiden Mädchen helfen, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen, sagte eine Sprecherin Michelle Obamas. In einigen Monaten werde die Mutter der künftigen First Lady dann entscheiden, ob sie dauerhaft in Washington bleiben wolle oder nicht.

Australischer Ex-Regierungschef wohnt im Gästehaus

Seit vergangenem Wochenende wohnt die First Family in dem Washingtoner Hotel Hay-Adams. Denn für die beiden Töchter der Obamas begann schon vor der Amtseinführung Barack Obamas am 20. Januar der harte Alltag: Sie mussten am Montag zum ersten Mal nach den Ferien ihre neue Schule besuchen, Extrawürste gibt es nicht bei den Obamas. Traditionell steht es neuen Präsidenten zu, das Weiße Haus fünf Tage vor der Amtsübergabe zu beziehen. In der Regel können sie aber zuvor schon im Blair-Gästehaus der Regierung gegenüber der Residenz unterkommen. Nicht so in Zeiten der Bush-Regierung, die dort noch ihre eigenen Gäste einquartiert hat.

Mitschuld an dem Zwangs-Hotelaufenthalt hat der australische Ex-Regierungschef John Howard, der dafür in der australischen Presse scharf kritisiert wurde. Der vor gut 13 Monaten abgewählte Howard bekommt von seinem engen Verbündeten George W. Bush noch eine Medaille verliehen. Andere Preisträger wie der britische Ex-Premier Tony Blair und der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe, die ebenfalls am 12. Januar die Freiheitsmedaille erhalten, hatten auf einen Aufenthalt im Blair-Haus verzichtet. Ein Sprecher Howards teilte mit, die Einladung sei schon vor Monaten erfolgt und Howard werde nur eine Nacht in dem Gästehaus gegenüber dem Weißen Haus bleiben.

Tickets für Parade innerhalb von Minuten ausverkauft

Am 20. Januar werden dann auch die Eltern von Sasha und Malia ihre neuen Jobs antreten - gefeiert wird die Amtseinführung Obamas als neuem US-Präsidenten mit einer Parade zwischen dem Kongressgebäude und dem Weißen Haus. Die 5000 Sitzplatzkarten auf den Tribünen, die nicht für geladene Gäste reserviert werden, sind am Freitag in weniger als einer Minute verkauft worden. Schon unmittelbar nach Verkaufsbeginn um Punkt 13 Uhr waren die Tickets laut der Kartenagentur Ticketmaster vergriffen. Der überwiegende Teil der 25 Dollar (18 Euro) teuren Karten sei online verkauft worden. Kurze Zeit später wurden die Tickets im Internet bereits für bis zu 300 Dollar zum Weiterverkauf angeboten.

Wer kein Ticket ergattern konnte, muss nun entlang der 2,7 Kilometer langen Strecke stehen. Der Eintritt ist frei, doch Neugierige sollten an dem Tag früh aufstehen, um eine gute Sicht auf Obama und seinen designierten Vizepräsidenten Joe Biden zu bekommen: Die Veranstalter rechnen damit, dass mindestens zwei Millionen Menschen bei der ersten Amtseinführung eines schwarzen Präsidenten in den USA dabei sein wollen.

Parkplatz-Lotto am 20. Januar

Der historische Tag für die USA wird allerdings ein besonders unangenehmer Tag für Millionen Autofahrer im Großraum Washington, berichtete die "Washington Post". Denn am 20. Januar sollen nicht nur die Straßen im Stadtzentrum rund um das Weiße Haus und das Kapitol weiträumig gesperrt, sondern auch fast alle Brücken über den Potomac von Sicherheitskräften abgeriegelt werden. Privatfahrzeuge haben an diesem Dienstag dem Bericht nach kaum Chancen, in die Bundeshauptstadt vorzudringen.

Die Brücken überqueren dürften lediglich Busse, Taxis und andere Fahrzeuge mit Sondergenehmigungen. Selbst wenn einzelne Autofahrer in die Innenstadt gelangen sollten, wäre "das Finden eines Parkplatzes so wahrscheinlich wie ein Gewinn im Lotto", wurde der Verkehrsminister vom Nachbarstaat Maryland, John D. Porcari, zitiert.


                                                                                  OlivierMedjo Ndille 

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Publié dans Medjo

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